Hallo erstmal,
also ich dachte mir bevor ich immer zu einem Beitrag einzelnd etwas schreibe, mache ich lieber einen egoistischen Riesenthread mit meiner Krankheitsgeschichte (ich hoffe natürlich, dass andere auch was davon haben).
Da ich selber mich einwenig mit dem Gesundheitssystem beschäftige (studiere \"Gesundheitswissenschaften\") empfinde ich es als höchst interessant den biographischen Krankheitsverlauf mit allen wichtigen Faktoren darzustellen. Vielleicht errinert sich der eine oder andere an ähnliche Faktoren, die möglicherweise explizit etwas mit der Entstehung einer \"gelernten\" Fructoseintoleranz zu tuen haben. Schön daran ist das ich genau weis wann was in etwa aufgetreten ist.
Zu meiner Person:
Name: Ole
Alter: 21
Wohnort: Bremen
Beruf: Student (Gesundheitswissenschaften)
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1) Im Abitur (mit 19 Jahren) habe ich erhebliche Probleme gehabt mich zu konzentrieren, mir war sehr häufig schlecht und ich hatte Bauchschmerzen. Ebenfalls war ich häufig Krank (darunter auch eine sehr starke Grippe, welche ich mit Antibiotika behandeln musste, sehr starke Gliederschmerzen, Halsentzündung, starke Verschleimung)
Naja und Süßigkeiten galten ja als Nervennahrung. Durchfall oder Blähungen hatte ich damals noch nicht, auch wusste ich nicht von einer [abk=Fructoseintoleranz (intestinal)]
FI[/abk]. Das sich hier deutlich krankheitsbedingt Defizite abspiegelten ist denke ich klar. Im vergleich zu meinen vorherigen schulischen Leistungen, war ich im Abitur deutlich schlechter.
Vermutungen: psychischer Leistungsdruck und eine starke Grippe (so eine hatte ich nie zuvor) müssen das Immunsystem stark geschwächt haben, eventuelle Nebenwirkung der Antibiotika. Häufig habe ich auch vom Pfeifferischem Drüsenfieber von anderen [abk=Fructoseintoleranz (intestinal)]
FI[/abk]\'lern gehört. (Ob ich das vlt. doch hatte?), Probleme mit den Weisheistszähnen (ob das interessant ist, ich nenne es mal der Gesamtheit halber)
2) Im Zivieldienst (mit 20 Jahren) war ich zumeist überfordert und musste mit starker Müdigkeit kämpfen. Ich habe damals Schwerstbehindertenbetreuung mit einem sehr anstrengenden Kind gemacht. Zudem war mein soziales Umfeld im Kindergarten zwischen Kollegen nicht sonderlich gut.
Auf einer Dienstreise traten dann die ersten eindeutigen Symptome auf.
Gegessen habe ich dort ausnahmslos Biokost (also vor allem Rohkost),
am Tag mal zwischendurch Schokolade (Zucker)
abends ging es dann in die Kneipe -> Bier
Am 2. Tag hatte ich dann einen Wasserähnlichen Durchfall, damals kaufte ich mir (von einer akuten Krankheit ausgehend) Imodium akut. Der Durchfall besserte sich jedoch nach 3 Tagen nicht, also brach ich den Aufenthalt ab.
Vermutungen: psychosoziale Unzufriedenheit mit der Arbeitsstelle, sowie Selbstbeschuldigung \"Nicht fähig zu sein\"
3) In Bremen bin ich dann zum nächst \"besten\" Internisten gegangen.
Nachdem ich mit darmfloraaufbauenden Medikamten versorgt wurde und sich nichts besserte wurde ich oberflächlich auf Organschäden untersucht. Dann sollte ich eine Stuhlprobe abgeben -> kritische Besiedelung durch (ich glaube Candida) Pilze im Darm.
Also hielt ich mich an die Diät und bekamm zudem ein Medikament gegen die Bakterienfehlbesiedlung. Nach 6 Wochen war die Krankheit noch immer nicht wirklich weg, Symptome wie gehabt (mit Ausnahme von wässrigem Durchfall)
Vermutung: Es könnte sehr gut sein das die Pilze im Darm immernoch vorhanden sind. Das verabreichte Medikament parallel zur Diät war nach Internetrecherchen bei einem kritischen Befall zu schwach.
4) Meine Hausärztin verwies mich nun an das Krankenhaus, ich hatte nahezu keine Kraft mehr starke Krämpfe, Depressionen, Flatulenz (schwefelähnlich riechend) , Durchfall, Aufstoßen (auch Sodbrennen)
Dort wurde ein Nahrungsunverträglichkeits Test gemacht auf Glucose, Fructose und Lactose.
Beim Glucosetest hatte ich starken Durchfall und bin Kreislaufbedingt \"umgekippt\" (übliche Symptome bei Kreislaufproblemen, kalt-heiß Wechsel, Übelkeit). Der Test wurde nicht wiederholt. Beim Lactose Test war mir zwar auch schlecht aber ich hatte den Vortag vor 18 Uhr reichlich Kohlenhydrate gegessen. Der Test war negativ. Wie erwartet der Fructosetest war positiv.
5) Nun verzichtete ich auf alles was irgendwie Fructose enthält. Heißhunger auf Süßes habe ich trotzdem manchmal, aber Traubenzucker hilft.
Ich versuchte daraufhin alles über mein Krankheitsbild zu lernen.
- Nahrungstagebücher
- Essenslisten
- usw.
auch ging ich zu mehreren Ärzten, die leider teils nicht wissen was das überhaupt für eine Krankheit ist. Kooperieren wollten sie auch nicht (ich bat ihnen Informationsmaterial an)
Angebote von den Krankenkassen gibt es bei meiner TK nicht, es gibt aber Ernährungsberater. Die interessierten mich jedoch nicht, da ich auch so im INternet nachlesen kann, danke nebenbei an die Community
6) Meine Hausärztin versuchte nun eine Lösung zu finden, statt nur einer Diät wollte ich natürlich die Krankheit noch nicht war haben. Wir probierten es daraufhin mit Chinesischen Kräutern (die werden speziell für versch. Probleme zusammengestell) -> ich vertrug daraufhin deutlich mehr Zucker, die Bläungen und vereinzelte Krämpfe blieben. 2 Monate kaufte ich mir diese Pillen à 20 €. Dann wollte meine Hausärztin weiter gehen (die Chinesische Heilkunst ist so aufgebaut, das man den Körper in Phasen wieder stärkt...). Die nächsten Pillen aber halfen weniger und verschlechteten meinen Zustand, also setzte ich sie ab und gab die \"Therapie\" wieder auf. Ich glaubte nicht mehr das mir etwas helfen könne.
Wie komme ich nun klar?
Nun nehme ich Vitmamine und Fructobalax (Folsäure und Zink konzentriert), meine Depressionen sind damit weniger gewurden.
Zum Süßen nehme ich Stevia+Trauebnzucker...
Wenn euch irgendetwas bekannt vor kommt, sagt es ruhig, vlt. finden wir ja eine Exposition die häufiger mit einer Fruktoseintoleranz auftritt.
Achja meine Mutter hat scheinbar auch eine [abk=Fructoseintoleranz (intestinal)]
FI[/abk] (aber viel schwächer), meine Großmutter hatte wohl auch häufiger Magenprobleme und später Darmkrebs, ich glaube jedoch nicht das meine [abk=Fructoseintoleranz (intestinal)]
FI[/abk] hereditäre ist da sie so spät auftrat und ich vorher unmengen an Säften getrunken habe.
Ihr könnt mir auch gern eure Vermutungen sagen, bzw. mir Tips geben was ich als nächstes Testen lassen sollte. Gemacht habe ich:
-Magen-Darmspiegelung
-Großes Blutbild
-Atemtest
-Sonographie
Sollte mir noch etwas einfallen werde ich es hier reinschreiben...
Ich hoffe es ist einwenig lesbar strukturiert, habe leider nicht viel Zeit gehabt...